ÜBER UNS

Julia Quast

Ich bin Julia Quast – geboren in Moldawien, aufgewachsen in Bayern, heute lebend und arbeitend in Schwerin.
Meine malerische Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen realistischer Präzision und phantastischer Verschiebung. Ausgangspunkt ist stets die beobachtbare Wirklichkeit, die ich jedoch nicht als gegeben, sondern als formbares Gefüge begreife. In der malerischen Übersetzung entstehen Bilder, in denen Realität zugleich bestätigt und infrage gestellt wird.
Die Ölgemälde thematisieren alltägliche Situationen, Körper, Räume und Beziehungen, ohne diese narrativ zu schließen. Vielmehr interessieren mich Zwischenzustände: Momente der Irritation, der stillen Verdichtung, des Innehaltens. Die scheinbare Klarheit der Darstellung dient dabei nicht der Eindeutigkeit, sondern öffnet einen Raum für Ambivalenz und Mehrdeutigkeit.
Geprägt wurde diese Haltung auch durch meine Ausbildung als Buchhändlerin. Die Auseinandersetzung mit literarischen Welten, mit offenen Erzählstrukturen und dem Lesen zwischen den Zeilen hat mein Verständnis von Bildräumen nachhaltig beeinflusst. Bücher wurden für mich zu Orten der Wahrnehmungsschulung – als Räume, in denen Bedeutung nicht festgeschrieben, sondern im Akt des Lesens entsteht.
In der Auseinandersetzung mit der Neuen Sachlichkeit spielt die präzise Formulierung des Sichtbaren eine zentrale Rolle. Deren analytischer Blick und formale Strenge verstehe ich jedoch nicht als Ziel, sondern als Ausgangspunkt für eine eigenständige Bildsprache. Malerei wird für mich zu einem Mittel der Befragung – von Wahrnehmung, Wirklichkeitskonstruktionen und den Grenzen des Darstellbaren.

Hier sehen Sie einige Ihrer Arbeiten: